arthur miller individuals and society language german
... Einleitung Arthur Miller zählt zu einem der bedeutendsten Vertretern des amerikanischen Nachkriegstheaters. Miller will sich selbst als Gesellschafts- und Zeitkritiker verstanden wissen. Arthur Miller schwebt ein neues social drama vor, welches nicht nur die gesellschaftliche Unfreiheit und Determiniertheit des Subjekts analysiert und erkennt, sondern außerdem dazu in der Lage ist, zu hinterfragen: Was ist eine mögliche Quelle für gesellschaftliche Wertestandards? ... Das dem griechischen Drama zugrundeliegende Menschenbild, in welchem das Individuum mit seiner sozialen Rolle einen festen Bestandteil der antiken polis darstellt- hilft Miller bei der Fundierung seines Humanismus. ... In seinen social plays legt Miller sein Augenmerk vor allem auf die Gesellschaft als eine dynamische Entität und auf die Vielzahl von Individuen. ... Bei dieser Untersuchung ist die Rolle der Familie nicht unerheblich, denn Miller bedient sich bei der Figurenkonstellation in vieler seiner Stücke einer Familie. ... Auch Miller greift diesen Mythos in seinen Dramen auf, jedoch verdeutlicht er in seiner Rolle als Gesellschaftskritiker auch dessen Schattenseiten. ... Für Miller ist das Drama ein Indikator der Gesellschaft, es hat eine politische Aufgabe. ... Miller Arthur Miller wurde am 17. ... Miller, selbst jüdischer Herkunft, verarbeitete darin den zeitgenössischen Kontext der Judenverfolgungen in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus und attackierte allgemein das Phänomen des Antisemitismus. ... Die amerikanische Nachkriegsgesellschaft Die Stücke, mit denen Miller seinen Durchbruch geschafft hatte, wurden kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben. ... Wenn man jedoch die Stücke Millers betrachtet, so hat Miller eine eher konservative Auffassung von der Institution Familie. ... Das Motiv der Einsamkeit und Verlorenheit wird von Miller in Death of a Salesman wiederholt aufgegriffen. ... Miller bemerkt, daß der Mensch in einer solchen Gesellschaft auf seine Effizienz reduziert wird und daß die Industrialisierung zur „Vereinzelung“, Isolation und Nutzlosigkeit des Menschen führt: The reason Death of a Salesman, for instance, left such a strong impression was that it set forth unremittingly the picture of a man [. ... In Timebends, seiner Autobiographie beschreibt Miller, wie er sich in seiner Kindheit in der großen Stadt New York fühlte. ... Die Rolle der Familie in Arthur Millers Dramen Miller bemerkt in seinem Aufsatz The Family in Modern Drama, daß nur der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Willy Loman und seinem Sohn Biff in Unbedeutsamkeit untergehen würde, wären da nicht die Ausweitungen in die Gesellschaft hinein(74). ... Miller hebt in seinen Dramen oft den einengenden Aspekt der Familie bezüglich des sozial verantwortungsbewußten Handelns gegenüber der Gesellschaft hervor. ... Fehlende Selbstverwirklichungsmöglichkeiten Eine weitere Problematik, welche Miller in seinen Familiendramen anschneidet, ist, daß die Familie keine Selbstverwirklichung ermöglicht, weil man ständig nur für andere da sein muß. ... Miller formuliert die Lösung für die Zwickmühle zwischen Familie und Gesellschaft mit “to make the world a home“. (Miller, The Family in Modern Drama, 73). ... Das Individuum als Produkt und Gestalter der Gesellschaft Miller drückt die wechselseitige Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft eindrucksvoll mit Hilfe einer Metapher aus: To make one the many, as in life, so that ‘’society“ is a power and a mystery of custom and inside the man and surrounding him, as the fish is in the sea and the sea inside the fish, his birthplace and burial ground, promise and threat. ... Konditionierung des Individuums durch die Gesellschaft Miller hebt hervor, daß die Verhaltensweisen zwar durchaus durch angeborene Verhaltenszüge beeinflusst werden, aber daß die Gesellschaft einen großen Teil an der Konditionierung des Individuums beiträgt. ... the fact remains, however, that nowhere in the world where industrialized economy rules- where specialization in work, politics, and social life is the norm - nowhere has man discovered a means of connecting himself to society except in the form of a truce with it. ... Waffenstillstandes ist schlichtweg das Vermeiden von Schwierigkeiten, oder wie Miller es nennt, happiness. (Miller, On Social Plays, 59). ... Die Problematik der Identitätsfindung und Identitätsverlust in Miller’s Stücken 8. ... Miller selbst beschreibt das Stück als ein Paradoxon von (Selbst)-Verleugnung. ... Miller, Timebends, 526). ... Miller führt hierzu aus: there [is]. ... Miller, The Theater Essays of Arthur Miller, 257). ... Miller, Collected Plays 120). Miller selbst bemerkt hierzu: Joe Keller’s trouble, in a word, is not that he cannot tell right from wrong but that his cast of mind cannot admit that he, personally, has any viable connection with his world, his universe, or his society”. ... Erhaltung der Individualität durch Einzigartigkeit : Chris Keller Auf die Frage des Psychologen Evans in einem Interview mit Miller, ob bestimmte Charaktere in Millers Stücken Menschen personifizieren würden, welche durch diesen sozialen Prozeß mit der Tendenz zur Massengesellschaft ihre Individualität und ihre Identität verloren hätten, führt Miller als positives Beispiel Chris Keller an: [. ... Zu einem späteren Zeitpunkt des Interviews, welches Evans mit Miller führte, äußert sich Miller zu der Problematik der Identitätsfindung und des -Verlustes, daß es wichtig wäre, eine allumfassende Identität moralischer Art und Weise innezuhaben: “. ... Vermutlich sieht Miller hierin eine Lösung, um die hohle Fassade, welche aus der Reflektion gesellschaftlicher Normen, Werte und des American Dream besteht, mit einem Sinn zu füllen. ... Aus diesem Grund wollte Miller das Stück anfangs auch Inside his head nennen. ... Betrachtet man die neusten Stücke von Miller, wie The Ride down Mount Morgan, werden hier im Gegensatz zu den früheren Stücken die Normen und Werte der Gesellschaft relativiert. ... Insgesamt betrachtet ist Arthur Miller ein Zeit- und Gesellschaftskritiker, dem es gelingt, die sozialen und gesellschaftlichen Probleme und Mißstände mit dem jeweiligen Zeitgeist zusammen einzufangen und diese Mischung eindrucksvoll in seinen Stücken wiederzugeben.